Champagner, die Kunst Wein tanzen zu lassen
Bollinger

Champagner, die Kunst Wein tanzen zu lassen

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Bollinger

Die Geschichte der Weinberge in der Champagne begann zur Zeit der Römer. Sie wurden später von den Bischöfen, einschließlich dem bedeutenden Erzbischof von Reims übernommen, deren Anbaumethoden und Kellertechniken noch heute angewandt werden. Schon im Mittelalter war die Schaumbildung im Wein bekannt, was aber eher dem Zufall zuzuschreiben war. Denn sie ist das Ergebnis einer unvollständigen Fermentation und war eher leicht und schnell vergänglich. Der Champagner ist dank seiner Typizität, die durch die kreidehaltigen Unterböden entsteht,  von Erfolg gekrönt. Neben der Schaumbildung und dem Terroir, haben die Winzer in der Champagne das Wissen über die Kunst des Verschneidens.  Ein Fachwissen, das über Jahrhunderte  von den Mönchen verbessert wurde. Der Champagner eroberte schnell die Königshäuser und die Wohlbetuchten, als Vertreter der französischen Kultur und des französischen Lebensstils. Im frühen 20. Jahrhundert war er bereits legendär und wurde dann endlich durch einen AOC-Status geschützt.

Ein Mosaik an Mikro-Terroirs

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Drappier

Die Champagne umfasst 34.000 Hektar, die sich auf vier Kernbereiche legen: die Montagne de Reims, Vallée de la Marne,  Côte des Blancs und Côte des Bar. Diese Weinberge bestehen aus Hängen, Hügeln und Tälern, die vor 20 Millionen Jahren entstanden sind. Genauer gesagt entstanden sie aus der Erderhebung des Beckens nördlich und östlich von Paris, auf Grund  der Senkung  in der Mitte unter dem Gewicht der Ablagerungen. Das Gebiet ist auch durch einen doppelten klimatischen Einfluss geprägt. Der ozeanische Einfluss bietet eine ideale Niederschlagsmenge und wenig ausgeprägte thermische Kontraste. Das kontinentale Klima ist für eine gute Sonnenbestrahlung  verantwortlich, es kann aber auch zum Teil zerstörerischen Hagel mit sich bringen.

Kreide: die DNA der Champagne

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De Sousa

Der hauptsächlich kreidehaltige Untergrund ist trotzdem je nach Gebiet, recht unterschiedlich. Man findet bündige Kreide (tief in der Erde), die dazu neigt, Ton-, Sand- Mergelartig zu sein. Diese Unterböden fördern die Entwässerung und verleihen dem Wein seine charakteristische Mineralität, den mineralischen Geruch und die Spannung im Mund. So genießen der Pinot Noir (38% der Rebfläche), der Pinot Meunier (32%) und der Chardonnay (30%) eine ausreichende Wasserversorgung, auch während der trockensten Perioden im Jahr. Diese große Vielfalt, die sich sowohl auf den Boden als auch auf das Klima bezieht, bietet eine Vielzahl an Terroirs. Die Champagne hat eine große Diversität an Parzellen, die jeweils ihr eigenes Merkmal haben.

Die Kunst des Verschneidens

Nach dem Keltern und der ersten Gärung wird der Champagner verschnitten. Die Kellerarbeiter des Hauses oder des Weingutes arbeiten zusammen in Anwesenheit der Eigentümer und der Weinbergsmanager, um die verschiedenen Lagen und die verschiedenen Jahrgänge zu komplementären  Persönlichkeiten zu verschneiden. Das Ziel ist es, ausgewogene Weine mit gleichbleibender Qualität zu erhalten: ein Champagner ohne Jahrgangsangabe ist beispielsweise ein konstanter Verschnitt verschiedener Jahre. Der nächste Schritt ist die Abfüllung in Flaschen, die nicht vor dem 1. Januar nach der Ernte geschehen darf. Man gibt eine Dosage hinzu, um die zweite Gärung in der Flasche einzuleiten. Die geschlossenen Flaschen werden dann auf Gestellen in den Tiefen der Keller platziert, um auf der Hefe zu reifen und die zweite Gärung stattfinden zu lassen. 15 Monate muss zwischen Dosage und Dégorgieren vergehen, davon 12 auf der Hefe. Nachdem der Champagner auf der Hefe ruhte, kommen die Rüttler ins Spiel, die Schritt für Schritt durch das Rütteln der Flasche die Ablagerung der Hefe in den Flaschenhals bewegen. Daraufhin werden die Flaschen dégorgiert, also geöffnet, um diese Ablagerungen zu entfernen. Schließlich wird die Geschmacksrichtung des Champagner bestimmt, indem eine kleine Menge an Dosage zugegeben wird, bevor er endgültig verkorkt wird.

Verschiedene Stile

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Krug

Die Qualität eines Champagners hängt von vielen Faktoren ab. Die Rebsorten spielen eine entscheidende Rolle. So findet man die „Blanc de Blancs“-Champagner – die nur aus Chardonnay bestehen – oder „Blanc de noirs“ aus Pinot Noir oder Pinot Meunier.

Es gibt eine große Anzahl an Champagnern aus einem Verschnitt aus mehreren Jahren und es gibt einige wenige exzeptionelle Jahrgänge, die nicht mit anderen verschnitten werden, sondern das Ergebnis eines perfekten Jahres waren. Diese Jahrgangs-Champagner bestehen aus einer Anordnung von Weinen verschiedener Lagen, aber nur von einem Jahr. Die Wahl eines Champagners kann auch von seiner Farbe oder Dosage abhängen, die aus ihm einen süßen Champagner, einen brut oder halbtrockenen, trocken oder komplett ohne Dosage macht: Letztere erleben einen Trend (noch sehr zurückhaltend), der sich an Kenner richtet, die einen geradlinigeren Champagner erwarten, der lebendiger, strenger, aber sehr frisch ist. Die niedrig dosierteren Champagner erleben derzeit einen allgemeinen Trend und sind Antwort auf die Nachfrage vieler Verbraucher, denen diese Art von Champagner zunehmend gefällt.

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Über Astrid Mayr
Former International Wine Business student in Geisenheim, Germany, I am currently studying Wine Marketing and Management in Bordeaux and I am happy to share the latest developments and news about the world of fine wines with you.

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