#1 Millesima Tips: Der Zyklus der Rebe
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#1 Millesima Tips: Der Zyklus der Rebe

Millésima kreiert Millesima Tips, ein wahrhaftes Lerndossier, wo Ihnen verschiedene Themen aus der Welt des Weines näher gebracht werden, von seiner Erarbeitung, über pädagogische Informationen zu dem Weinkeller und dem Service, bis hin zu seiner Verkostung. Die erste Episode unserer Serie über die Erarbeitung des Weines behandelt den Zyklus der Rebe, von ihrem Schlaf bis zu hin zum Fall der Blätter nach der Weinlese.

Das Erwachen der Rebe

Der Ursprung des Weines ist ganz offensichtlich die Rebe, genauer gesagt die Spezies vitis vinifera, eine vom Menschen bearbeitete Liane, die für die Herstellung dieser fabelhaften Weine vorgesehen ist. Diese Pflanze wird auf intelligente Weise angebaut, sie wird auf Böden angebaut, die ihr entsprechen und ihr kommt alle nötige Pflege zuteil (Beschneidung, Bodenbearbeitung, etc.).

Millesima Tips

©Karsten Wurth

Der Zyklus der Rebe vollzieht sich Jahr für Jahr auf die gleiche Art und Weise, mit dem einzigen Unterschied, dass die verschiedenen Etappen der vegetativen Entwicklung sich je nach klimatischen Bedingungen, die von Anbeginn des Jahres herrschten, verschieben können. Die fünf größten Teile des Rebzyklus sind der Austrieb der Knospen, die Blütezeit, die Reifezeit, die vollständige Reife und die Dormanz. Es existiert jedoch eine detailliertere Analyse der verschiedenen Entwicklungsstadien der Pflanze, erklärt von Baggiolini, in seiner Studie, die 1652 erschien, über Les stades repères dans le développement annuel de la vigne et leur utilisation pratique in der Revue romande d’Agriculture et d’Arboriculture 8. Die Skala BBCH, eine Langzeitreferenz der Materie und auf alle Pflanzen anwendbar, erscheint jedoch zuverlässiger und präziser.

Während des Winterzyklus ist die Rebe in einer Phase der wahren Erholung. Die Winzer profitieren davon, indem sie mehrere Beschneidungen und Pflegeanwendungen vornehmen, um den nächsten Jahrgang so gut wie möglich vorzubereiten. Die Winterknospen sind besonders durch zwei bräunlichen, schützenden Schuppen bedeckt. Die Tränen der Rebe markieren ihr Erwachen und den Anfang des vegetativen Zyklus: Der Saft läuft seit der Beschneidung (nicht wiederverschlossen), die von den Weinbauern manuell vorgenommen wird. Die Knospen blähen sich auf und befinden sich anschließend, während des Flaumstadiums, in einer baumwollähnlichen Umhüllung. Der Flaum macht dem Anfang des Laubaustriebs Platz (Platzen der Knospen). Das Auge schwillt an, die Schuppen teilen sich und lassen den Flaum in seiner fast baumwollartigen Konsistenz hervor treten: Die Rebe ist bereit im Rhythmus des Frühlings zu leben.

Die jungen Sprossen, die es nicht erwarten können zu blühen

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©Amos Bar Zeev

Zu Beginn der Frühlingssaison schwillt das Auge der Knospe weiter an, wird größer und präsentiert eine Art grünen Punkt, der den jungen Sprössling ankündigt. Dieser empfängt anschließend die herauswachsenden Blätter, die einer Rosette ähneln. In diesem Zustand beschützt der Flaum noch die Grundlage des jungen Sprösslings. Schritt für Schritt kommen die Blätter komplett hervor und breiten sich aus. Nun betrachten wir den Zweig. Die Trauben werden anschließend sichtbar mit ihrem Blütenstand (Standort der Blüte auf dem Stiel) und trennen sich dann. Die Blumenknospen gehen auseinander und künden den finalen Blütenstand an: die Blütezeit kann beginnen.

Die Blütezeit vollzieht sich etwa 10 Tage lang am Ende des Frühlings, im Juni (in Europa). Es ist eine der wichtigsten Perioden im vegetativen Zyklus der Rebe. Sie braucht recht warme Temperaturen und ein trockenes Wetter für eine gute Fruchtbildung (Befruchtung, die die Bildung der kleinen Trauben bringt). Zu diesem Zeitpunkt sind die Trauben sehr anfällig für Frost und Verrieselung, das bedeutet die Blüten fallen ab und können nicht mehr befruchtet werden. Eine schlechte Blütezeit bringt eine komplizierte Fruchtbildung mit sich, sowie eine verringerte Anzahl an Trauben für die kommende Ernte. Die Beeren wachsen nach und nach. Sobald sie die Größe einer Schrotkugel haben, beginnen die Trauben sich nach unten zu neigen, und wenn sie die Größe einer kleinen Erbse erreicht haben (50% ihrer endgültigen Größe), fangen sie an sich vollständig senkrecht auszurichten. Die Trauben werden zu einer geschlossenen Einheit, sie berühren sich und haben zu diesem Zeitpunkt 70% ihrer vollständigen Größe erreicht.

Die Trauben nehmen Farbe an

Millesima Tips

©Millésima

Die Reifezeit setzt anschließend zwischen Juli und August ein. Diese große Etappe erlaubt den Farbwechsel der Trauben. So nehmen die noch grünen Trauben der roten Rebsorten eine rote Farbe an und die weißen Rebsorten wechseln von Grün zu einem durchscheinenden Grün oder einer goldgelben Farbe, wobei die grauen Trauben einen eher rosa Teint annehmen. Außerdem werden die Trauben kompakter und die Weinreben nehmen eine bräunliche Farbe an, was die Holzreife ankündigt. Während dieser Etappe des vegetativen Zyklus beginnen die Trauben ihre Reife (wachsender Zuckeranteil, Verminderung der Säure). Man schätzt außerdem bereits den Zeitraum der Weinlese ab: man rechnet ungefähr 40 Tage nach der Hälfte der Reifezeit.

Die Stunde der Weinlese hat geschlagen

Wenn die Entwicklung der Trauben abgeschlossen ist, lassen die Winzer ihre Zusammenstellung analysieren, bevor sie ihre Reife einschätzen. Man muss die Trauben dann ernten, wenn der Zuckergehalt sein Maximum erreicht hat und wenn der Anteil an Süße und Säure ausgeglichen ist. Schließlich beginnt die Weinlese, die sich für Gewöhnlich zwischen Ende August und Anfang Oktober vollzieht. Wenn die Beeren erstmal gelesen sind, wechseln die Blätter die Farbe, fallen und die Holzreife ist zu Ende, die Weinreben sind dann vollständig braun: die Reben können wieder damit beginnen, sich zu erholen (Seneszens).

Ein neuer Zyklus beginnt. Die Rebe in der Dormanz wartet nur darauf zu erwachen und sich zu entwickeln. Dies ist der Anfang der großen Hoffnungen für die Winzer: was wenn der nächste Jahrgang außergewöhnlich wird?

Erfahren Sie mehr dazu (Video auf Französisch und Englisch):

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Über Darja Slobin

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