#2 Millesima Tips: die Vielfalt der Rebsorten (1/2)
©Adobe Stock

#2 Millesima Tips: die Vielfalt der Rebsorten (1/2)

Die Rebsorten bilden den zweiten Teil unserer Reihe Millesima Tips über die Herstellung von Wein. Eine Gelegenheit, um die Vielfalt an Reben zu entdecken, die die Weine ausmachen, die wir trinken!

Rebsorten und die Ampelographie

Die Traube ist eine Frucht, die roh gegessen werden kann (Tafeltraube), die aber auch für die Weinherstellung verwendet werden kann (Keltertrauben), d.h. Rebsorten kennen verschiedene Art und Weisen, wie sie eingesetzt werden können, weshalb sie sich auch voneinander unterscheiden. Tafeltrauben haben in der Regel ein strafferes Fruchtfleisch und sind knackiger im Mund, Keltertrauben hingegen sind saftiger und säuerlicher. Hier werden wir jedoch vor allem auf die Trauben eingehen, die für die Weinherstellung bestimmt sind. Die Rebsorten sind Variationen der Rebe, die sich aufgrund ihrer Blätter, ihrer Beeren, ihrer Traubenform und ihrer Farbe unterscheiden. Außerdem ist jede Rebsorte durch ihren Geschmack und ihren Duft, die sie charakterisieren, einzigartig.

Millesima Tips Rebsorten

©Châteaun Peyrabon

Die Ampelographie beschreibt, vereinfacht gesprochen, die Lehre der Rebsorten. Sie war dazu bestimmt, Ähnlichkeiten zwischen den Rebsorten aufzudecken: Simon de Rojas Clemente y Rubio (19. Jahrhundert), der Comte Alexandre Odart (Mitte des 19. Jahrhunderts) und Louis Levadoux (20. Jahrhundert) haben es nach und nach geschafft, die französischen Rebsorten in Familien zu unterteilen. Die Arbeit von Levadoux wurde in den 1990er Jahren vom Inra Institut in Montpellier und von der University of California in Davis bestätigt.

In Frankreich sind die 210 klassifizierten Rebsorten in Familien unterteilt, wie beispielsweise:

  • Die Alpins (Mollard)
  • Die Carmenets (Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Carmenère, Fer Servadou, Merlot, Petit Verdot)
  • Die Chenins (Béquignol, Chenin, Meslier, Pineau d’Aunis, Sauvignon Blanc)
  • Die Comtois (Aubin, Gringet, Gewürztraminer, Persanne Gris, Savagnin Blanc, Trousseau)
  • Die Cotoïdes (Côt / Malbec, Mérille, Négrette, Tannat, Valdiguié)
  • Die Durifs (Durif Noir, Joubertin, Mondeuse Blanche, Péloursin, Verdesse)
  • Die Folloïdes (Folle Blanche, Jurançon Blanc, Jurançon Noir, Montils, Ondenc, Sacy)
  • Die Gouais (Aligoté, Blanc Dame, Enfariné noir, Gouais, Muscadelle)
  • Die Mansiens (Gros Manseng, Petit Manseng)
  • Die Muscats (Muscat d’Alexandrie, Muscat blanc à petits grains, Muscat de Hambourg)
  • Die Noiriens (Chardonnay, Gamay, Melon de Bourgogne, Pinot Noir)
  • Die Panses (Bourboulenc, Clairette de Provence, Plant droit, Pascal blanc, Téoulier)
  • Die Picpouls (Araignan Blanc, Aspiran, Cinsault, Picpoul Noir, Terret Noir)
  • Die Rhénans (Riesling, Sylvaner)
  • Die Sérines (Altesse, Marsanne, Mondeuse, Persan, Roussanne, Syrah, Viognier)

Heute vervollständigt die genetische Recherche die bereits vorhandenen ampelographischen Forschungen und erlaubt so, Tag für Tag mehr über die Ursprünge zahlreicher Traubenvarietäten zu erfahren. Die Rebsorten können auch nach Region klassifiziert werden, wobei einige sogar in gleich mehreren anzutreffen sind, wie der Chardonnay, der sowohl in Burgund, als auch in der Champagne angebaut wird.

Weine einer Rebsorte, sortenreine Weine und Assemblages

Millesima Tips Rebsorten

©Louis Chèze

Es kann sein, dass die Rebsorte einen derart wichtigen Stellenwert annimmt, dass ihr Name sogar in der Bezeichnung des Weines vorkommt: es handelt sich um Weine einer Rebsorte („vins de cépages“). Man findet dies häufig im Elsass, wo die Weine regelmäßig den Namen ihrer Rebsorte tragen (Gewürztraminer, Riesling, Pinot Gris…). Diese Vins de cépages  werden oft in den Appellationen und den IGP produziert. Ebenso haben die Weine Frankreichs das Recht den Namen ihrer Rebsorte auf dem Etikett zu tragen: die Inschrift der Rebsorte begünstigt einen größeren Wiedererkennungswert der Qualität der Weine auf dem internationalen Markt.

Man darf die „Vins de cépages“ nicht mit den sortenreinen Weinen verwechseln. Die „Vins de cépages“ sind zwar immer sortenreine Weine, jedoch haben nicht alle sortenreinen Weine ihre Rebsorte auf dem Etikett abgedruckt. Die Weine aus Burgund beispielsweise heben üblicherweise den Namen der Appellation, des Klimas und der Domäne hervor, ohne den Namen der Rebsorte zu erwähnen.

Millesima Tips Rebsorten

©Henri Bourgeois

Einige Sorten hingegen werden gemeinsam für die Weinproduktion verwendet: die Rebsorten für eine Assemblage. Sie werden selten bis nie alleine verwendet und werden oft mit anderen Rebsorten zusammengestellt (Assemblage), um Weine zu kreieren. Die Weinbauregion von Bordeaux ist ein hervorragendes Beispiel für Assemblage-Rebsorten, wo die Weine zum größten Teil aus Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Petit Verdot oder auch Malbec zusammengestellt werden. Diese Wissenschaft der Assemblage erlaubt charakterstarke und je nach Jahrgang unterschiedliche Produkte anzubieten, entsprechend den klimatischen Bedingungen  und dem jeweiligen Anteil der Rebsorten im Wein.

Hybridpflanzen zur Bekämpfung der Reblaus

Der Weinstock der Rebe ist gleichbedeutend mit dem Fuß der Rebe einer Rebsorte. Nach den Schäden durch die Reblaus in Europa am Ende des 19. Jahrhunderts – die für die Reben schädliche Blattlaus – musste man drastische Modifikationen in der Bepflanzung der Weinberge vornehmen, um gegen diese Plage anzugehen. So wurden Hybridpflanzen kreiert, indem man französische Reben in amerikanische Unterlagen (Wurzelsystem einer Pflanze und ein Teil ihres Stammes) transplantierte. So entstanden Wurzeln, die resistent gegen das Insekt sind und Rebsorten, die auf unterschiedlichen Böden wachsen können. Der Einsatz der Hybridpflanzen hat in den 1930er Jahren jedoch ein Verbot von bestimmten Hybridrebsorten ausgelöst, aufgrund ihrer Überproduktion und ihrer schlechten geschmacklichen Qualitäten.

Rebsorten weltweit

Millesima Tips Rebsorten

©Maison Hugel

Es ist nicht leicht eine genaue Zahl der heute existierenden Sorten von Reben zu benennen, man nimmt jedoch an, dass es weltweit etwa 9600 verschiedene gibt.

Forscher der University of Adelaide in Australien haben es geschafft eine gigantische Datenbank an weltweiten Rebsorten anzulegen. Auch wenn die Gesamtfläche an Weinbergen auf der ganzen Welt abnimmt, ist der Anteil an angepflanzten französischen Rebsorten sehr hoch: unter den 10 am meisten angepflanzten Rebsorten der Welt finden sich 6 französische. Dies erklärt sich durch die Qualität der Rebsorten und ihre Anerkennung auf der ganzen Welt. Zahlreiche Länder nutzen französische Rebsorten für die Herstellung ihrer Weine, beispielsweise die USA, Argentinien, Italien, Australien oder Neuseeland. 

Entdecken Sie den zweiten Teil dieses Artikels und die Top 10 Rebsorten der Welt!

Top 10 Rebsorten der Welt
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