Die Top 10 der am meisten gepflanzten Rebsorten weltweit (2/2)

Die Top 10 der am meisten gepflanzten Rebsorten weltweit (2/2)

Zweiter Teil:

Fortsetzung zu unserem Artikel über die Rebsorten in unserer Reihe Millesima Tips. Im Programm sind die Top 10 der am meisten gepflanzten Rebsorten weltweit, einer Studie der University of Adelaide in Australien zufolge.

1/ Cabernet Sauvignon

Millesima Tips Rebsorten

Cabernet Sauvignon ©Château Grand-Puy-Lacoste

Gesamtfläche: 290 091 Hektar

Der Cabernet Sauvignon ist eine dunkle Rebsorte, die bekannt ist für ihre Präsenz in den größten Weinen des Médoc und von Graves. Sie mag vor allem kiesige Böden. Im Ausland findet sie sich vor allem in Kalifornien, Italien, Australien oder auch in Südafrika. Ihre große Anpassungsfähigkeit an verschiedene Bodentypen (vor allem karge, trockene und ärmliche Böden) und Klimata, erlaubt es, sie ohne große Schwierigkeiten anzupflanzen. Diese spätblühende Rebsorte ist sehr widerstandsfähig gegenüber Krankheiten (gleichwohl reagiert sie empfindlich auf echten Mehltau und Eutypiose) und wird während der Weinlese als letzte geerntet.

Bei der Verkostung gibt sie dem Wein charakteristische Noten von dunklem Beerenobst und Veilchen. Wenn man manchmal Aromen von Paprika wahrnimmt, so ist dies ein Zeichen für eine nicht vollendete Reife. Die Rebsorte bietet Kraft im Mund und beachtliche Tannine: es ist die Rebsorte, die den Weinen Struktur verleiht. Des Weiteren ermöglicht der Cabernet Sauvignon den Weinen ein enormes Lagerpotenzial, und mit dem Alter werden die Tannine milder und der Wein entfaltet eine große aromatische Ausdrucksstärke.

2/Merlot

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Merlot ©Pixabay

Gesamtfläche : 267 169 Hektar

Der Merlot, eine dunkle Rebsorte des Bordelais, die vor allem im Pomerol und Saint-Émilion vorkommt, weiß recht tiefe Kalklehmböden zu schätzen, die es im erlauben, von den vorhandenen Wasserreserven zu profitieren. Man findet den Merlot in vielen verschiedenen Ländern, wie den Vereinigten Staaten von Amerika, Chile oder auch Italien. Dennoch macht ihr vorzeitiger Laubaustrieb die Rebsorte anfälliger für Frühjahrsfrost und Krankheiten wie falschen Mehltau, und ihre feine Haut lässt sie Attacken der Botrytis fürchten („Rohfäule“). Ihre Reife tritt in den meisten globalen Zonen verspätet ein, in Bordeaux jedoch ist sie vorzeitig vorhanden: sie wird kurz vor dem Cabernet Sauvignon geerntet.

Der Merlot erlaubt dem Wein Aromen von rotem (Kirsche, Erdbeere, Himbeere, rote Johannisbeere) und dunklem Beerenobst zu entwickeln. Die Aromen von Eingelegtem zeugen von sehr reifen Trauben in einem sonnenreichen Jahrgang. Im Alter erkennt man Noten von Unterholz, Gewürzen, Backpflaumen und Veilchen. Diese Rebsorte charakterisiert sich durch Rundheit, Geschmeidigkeit und ihren Reichtum, sowohl an Frucht, als auch an Alkohol. Sie gibt dem Wein ein gutes Alterungspotenzial.

3/ Airen

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Airen ©CC Commons Fabio Bartolomei

Gesamtfläche: 252 364 Hektar

Airen ist eine weiße Rebsorte, die ursprünglich aus Spanien stammt und hauptsächlich in den Regionen von Castilla-La Mancha und Valdepeñas angepflanzt wird. Sie ist zwar recht unbekannt in Frankreich, man findet sie jedoch auch in Portugal. Ihr Laubaustrieb vollzieht sich recht spät und sie ist ausgesprochen widerstandsfähig gegen winterliche Kälte und heiße und trockene Sommer, jedoch gleichzeitig anfällig für echten Mehltau. Airen wird vor allem dazu verwendet, um spanischen Brandy herzustellen. Wenn die Weinlese jedoch früh genug stattfindet und das Keltern sorgsam erfolgt, können die Weine exzellent sein.

Die Weine, die aus Airen hergestellt werden, sind gezeichnet von Frische, Alkoholreichtum und Konzentration.

4/ Tempranillo

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Tempranillo © pixabay

Gesamtfläche: 232 561 Hektar

Der rote Tempranillo ist eine dunkle Rebsorte, die aus Spanien kommt. Sie wird in zahlreichen Ländern dieser Welt angepflanzt, darunter Portugal, Italien, Kalifornien, Südafrika oder Argentinien. Sie bevorzugt vor allem südländische, recht heiße Regionen, fürchtet aber dennoch eine zu lange anhaltende Trockenheit. Der Laubaustrieb findet nicht zu früh und nicht zu spät statt. Der Tempranillo ist, wie sein Name schon andeutet, eine frühzeitig reifende Rebsorte, die recht sensibel auf Botrytis und Krankheiten wie den falschen und echten Mehltau reagiert.

Die Rebsorte entwickelt Düfte von Brombeere, Kirsche und rotem Beerenobst, zu denen Noten von Aromaten und Kaffee hinzukommen. Es handelt sich um Weine, die durch Leichtigkeit, Eleganz, schwache Säure und Alkohol– sowie Tanninreichtum gekennzeichnet sind. Sie besitzen ein gutes Lagerpotenzial.

5/ Chardonnay

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Chardonnay © Jean Chartrons

Gesamtfläche: 198 793 Hektar

Der Chardonnay ist eine weiße, ursprünglich aus Frankreich stammende Rebsorte, die hauptsächlich in den Weinbauregionen Burgunds und der Champagne angepflanzt wird. Er prägt beispielsweise die großen Weißweine der Côte de Beaune oder die großen Jahrgangschampagner der Côte des Blancs. Ihr enormer internationaler Bekanntheitsgrad führte dazu, dass sie heute in zahlreichen Ländern anzutreffen ist, darunter Kalifornien, Australien, Chile, Argentinien oder auch Neuseeland. Sie bevorzugt vor allem recht frische Regionen (auch wenn man sie genauso in mediterranen Gegenden antrifft) und fühlt sich am wohlsten auf Kalkstein und Mergel. Der Chardonnay präsentiert einen relativ frühzeitigen Laubaustrieb, so reagiert er auch empfindlich auf Frühlingsfrost. Er fürchtet vor allem den echten Mehltau und die goldgelbe Vergilbung. Er verfügt über eine späteinsetzende Reife und ist von der Rohfäule betroffen.

Weine aus Chardonnay entwickeln Aromen, die je nach Region variieren. So können sie unterschiedlichste Noten entfalten: Honig, Zitrusfrucht, Butter, Feuerstein, weiße Früchte, Trockenfrüchte, Brioche oder empyreumatische Noten. Sie verbinden Finesse, Kraft, Weite und Ausgeglichenheit.

6/Syrah

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Syrah © Igor Rotari

Gesamtfläche: 185 568 Hektar

Die Syrah ist eine dunkle Rebsorte, die ursprünglich aus Savoie und aus Ardèche in Frankreich kommt. Man findet sie hauptsächlich im Rhônetal, in der Provence, im Languedoc-Roussillon, im Südwesten Frankreichs und sogar auf Korsika. Ihr internationaler Erfolg begünstigt ihre Anpflanzung in vielen verschiedenen Ländern, wie Argentinien, Südafrika, Kalifornien, Chile, Neuseeland, Mexiko und Australien (unter dem Namen Shiraz). Die Syrah bevorzugt recht heiße und ein wenig feuchte Klimata, sowie nur wenig tiefe Böden, die gut Wasser ableiten und sich aus Felsen zusammensetzen. Es handelt sich um eine späte Rebsorte, die sich anfällig für Chlorose, Milben, Botrytis und große Trockenheit zeigen.

Die Weine, die aus Syrah hergestellt werden, entwickeln Aromen von rotem und dunklem Beerenobst, Blumen (Veilchen) und Gewürzen (Trüffel, Pfeffer, Süßholz). Sie zeugen von Finesse, Komplexität und Reichtum, außerdem sind sie tanninreich und nur leicht säuerlich. Sie offenbaren ein gutes Alterungspotenzial, wie es beispielsweise die großen Jahrgänge von Côte-Rôtie, Hermitage, Cornas und Saint-Joseph bezeugen können.

7/ Garnacha Tinta (Grenache noir)

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Grenache noir © Pixabay

Gesamtfläche: 184 735 Hektar

Der Grenache noir ist eine dunkle Rebsorte mit spanischen Wurzeln. In Frankreich ist diese mediterrane Rebe vor allem im Languedoc-Roussillon, in der Provence, auf Korsika und sogar ein wenig im mediterranen Rhônetal anzutreffen (Er ist die Basis des großen Châteauneuf-Du-Pape). International pflanzt man ihn in Spanien, Italien, Kalifornien, Argentinien, Chile, Uruguay, Australien oder auch in Israel. Der Grenache noir wächst hervorragend auf kiesigen und kieselhaltigen Böden, die gut die Hitze der Sonne aufnehmen. Folglich kann man sagen, dass diese Rebsorte besonders ein mediterranes Klima favorisiert, wo die Winde sehr hilfreich im Kampf gegen die Rohfäule sind. Der Laubaustrieb des Grenache noir ist zwar vorzeitig, die vollendete Reife wird jedoch recht spät erreicht. Die Rebsorte fürchtet zahlreiche Krankheiten wie den falschen Mehltau, die Eutypiose, die bakterielle Nekrose, Traubenwürmer und Magnesiummangel.

Die Weine aus Grenache noir entfalten Aromen von Schwarzkirsche, dunklem Beerenobst, Feige und Backpflaumen, zu denen empyreumatische, geröstete und würzige Noten hinzukommen. Sie charakterisieren sich durch ihren Alkoholreichtum und ihre schwache Säure. Der Grenache noir ist sämig, weit, kraftvoll und großzügig. Die Tannine besitzen eine schöne Rundheit und verschmelzen ineinander.

8/ Sauvignon Blanc

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Sauvignon Blanc © Henri Bourgeois

Gesamtfläche: 110 138 Hektar

Der Sauvignon Blanc, eine weiße Rebsorte von Ufer der Loire, wird hauptsächlich im Loire-Tal, in der Weinbauregion Bordeaux‘, auf den Weinbergen des Südwestens und in den Charentes angebaut. Er wird in mehreren Gegenden dieser Welt angebaut, darunter in Kalifornien, Neuseeland, Mexiko, Australien, Italien, Spanien, Portugal oder auch Südafrika. Der Sauvignon blanc bevorzugt Böden aus Kalkstein, Kreide, Mergel und Kies, und fühlt sich in einem Klima mit frischen ozeanischen oder kontinentalen Zonen am wohlsten. Er hat einen rechtzeitigen Laubaustrieb und eine recht verspätete Reife. Besonders fürchtet er die Rohfäule und das echte Mehltau.

Der Sauvignon blanc ist durch Düfte von Cassis, Buchs, weißen Früchten, Feuerstein, Zitrusfrüchten und Blumen gekennzeichnet. Diese Weißweine sind strukturiert, frisch, mineralisch, lebhaft und haben viel Eleganz.

9/ Trebbiano Toscano (Ugni Blanc)

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Trabbiano © Irina Kuzimina

Gesamtfläche: 109 772 Hektar

Ugni Blanc ist eine weiße Rebsorte, die zwar ursprünglich aus der italienischen Toskana stammt, die jedoch hauptsächlich in Frankreich, in den Weinbauregionen von Cognac, Languedoc-Roussillon, Provence und Korsika angebaut wird. Diese Rebsorte fühlt sich auf allen Bodentypen wohl – nichtsdestotrotz mit einer Präferenz für Kalkstein – und sie mag heiße und sonnige Klimata. Es ist eine kräftige Rebsorte mit einem verspätetem Laubaustrieb und einer spät einsetzenden Reife. Sie fürchtet vor allem Frost, falschen Mehltau, Eutypiose und Fadenwürmer.

Bei der Verkostung entwickelt der Ugni Blanc sehr diskrete Aromen von Zitrusfrüchten und manchmal balsamische Noten. Es handelt sich um lebhafte Weine, die durch ihre Säure geprägt sind. Sie offenbaren sich als recht frisch und fein. Manchmal erscheinen sie sämiger, duftender und runder.

10/ Pinot Noir

Millesima Tips Rebsorten

Pinot Noir © Maison Hugel

Gesamtfläche: 86 662 Hektar

Der Pinot Noir, eine Rebsorte aus dem Burgund, verzeichnet internationalen Ruhm. In Frankreich ist sie vor allem in Burgund und in der Champagne zu finden, jedoch auch im Elsass, im Loire-Tal, in der Region von Jura-Savoie, im Rhônetal und im Midi. International gesehen, wird diese Rebsorte des Weiteren in Deutschland, in der Schweiz, in Italien, in Portugal, in Zentraleuropa, in den Vereinigten Staaten von Amerika, in Australien, in Neuseeland und in vielen anderen angepflanzt. Diese Rebsorte bevorzugt frische Regionen und wächst hervorragend auf Kalklehmböden. Es handelt sich um eine frühzeitige Rebsorte, sowohl den Laubaustrieb, als auch die Reife betreffend. Sie zeigt große Empfindsamkeit gegenüber Frühlingsfrost, ist aber sehr widerstandsfähig gegen winterliche Kälte.

Die Weine aus Pinot Noir entwickeln sehr vielfältige Aromen in ihrer Jugend, sie verbinden Früchte (alle Arten von Kirsche, rotes Beerenobst) mit Blumen und Gewürzen. Im Alter gewinnen sie an Komplexität mit Düften von Unterholz und animalischen Noten. Der Pinot Noir ist durch seine außerordentliche Finesse gezeichnet und er offenbart sich zugleich kräftig, intensiv und komplex. Die Weine sind wenig tanninreich und besitzen in der Regel ein gutes Lagerpotenzial. 

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