Etiketten im nördlichen Rhône-Tal – ein Gewirr aus Appellationen

Etiketten im nördlichen Rhône-Tal – ein Gewirr aus Appellationen

Weine aus dem nördlichen Rhône-Tal sind im deutschsprachigen Raum leider nicht so bekannt wie sie es sich verdient hätten, jedoch freuen Sie sich immer größerer Beliebtheit und können sehr viele Facetten zeigen. In unserer Serie „Etiketten verstehen“ blicken wir diesmal auf die Etiketten von der Rhône und sehen uns an auf was in der Region ankommt.

Das nördliche Rhône-Tal im Überblick

Das nördliche Rhône-Tal erstreckt sich von Vienne (südlich von Lyon) bis nach Valence. Es ist im Gegensatz zu seinem südlichen Pendant geprägt von Terrassen-Weinbergen und eher kontinentalen Klima, dass das Tal etwas kühlt und auch für mehr Niederschlag sorgt, als im Süden. Daher ist auch der Anteil an Weißweinen etwas höher, der hier bei knapp 15% liegt.

Die wichtigsten Rebsorten im nördlichen Rhône-Tal sind bei den roten allen voran Syrah, der hier eine Vormachtstellung einnimmt. Die Weißweine stammen vor allem aus zwei Rebsorten und sind meist auch sortenrein aus den Rebsorten Marsanne oder Viognier gekeltert. Die Rebsorten sind jedoch am Vorderetikett kaum angegeben, jedoch findet man sie bei nahezu jeden Wein auf der Rückseite.

Die Appellationen im Überblick

Der ausschlagebende Punkt am Etikett ist die Appellation aus der ein Wein stammt. Die Appellationen sind in der Region sehr ausschlaggebend da das Terroir jeder Appellation unglaublich unterschiedlich, manchmal ist sogar das Terroir in einer Appellation sehr vielfältig, wie Saint-Joseph beweist, wo einerseits im Norden Böden aus Granit gibt und in Richtung Süden die Böden immer kalkhaltiger sind und eher aus Amphiboliten und Gneis bestehen.

Côte-Rôtie

Turque_R_F063Die nördlichste Appellation ist jedoch die Côte-Rotie die extrem steile Terrassen aufweist, jedoch lediglich Rotweine der Rebsorte Syrah produziert. Auf der Côte-Rôtie wachsen die Rebstöcke auf sehr kargen Böden aus verschiedenen Gneis Formationen. Durch diese kargen Böden sind die Weine einerseits unglaublich finessenreich und geradlinig, andererseits zeigen sie die südliche Wärme auf, was die Weine besonders kräftig und strukturiert macht. Der Name „Rôti“ heißt so viel wie geröstet, das stammt davon, dass der Südhang eine Neigung von nahezu 60% aufweist und die kargen Hänge sich im Sommer so stark erwärmen. Die Weine der Côte-Rôtie waren lange Zeit nur Insidern ein Begriff, bis E.Guigal in den 1980er Jahren die Weine dieser Appellation weltberühmt machte sie unter anderem bei Parker die Höchstnote von 100. Punkten erhielten. Das Weingut ist heute noch eienr der größ´ten Eigentümer der Appellation und das einzige Weingut, welches Einzellagenweine wie „La Turque“, „La Mouline“ oder „La Landonne produziert.

Condrieu und Château Grillet

Gleich südlich davon liegen die Weißwein-Appellationen Condrieu, mit rund 160 Hektar, sowie die Mikro-Appellation Château Grillet welche lediglich 4 Hektar umfasst, In diesen beiden Appellation werden ausschließlich Weißweine aus der autochthonen Rebsorte Viognier produzieren. Die Weine sind sehr üppig, alkoholstark und merklich geprägt vom parfümartigen Geschmack der Viognier-Traube. Die Weine duften meist nach Aprikosen und Frühlingsblüten. Auch hier sind die Weinberge unvorstellbar Steil, was die Bearbeitung mit Maschinen unmöglich macht und daher nur händisch und mit Pferden gearbeitet wird. Die bekanntesten Lagen hier sind auf jeden Fall „La Doriane“ und „Luminescence“.

Saint-Joseph

116452_033-st joseph BLpassage.pdfEtwas südlicher, im Anschluss liegt dann die Appellation Saint-Joseph, die vor allem für Ihre sehr feingliedrig-fruchtigen Rotweine aus der Rebsorte Syrah bakannt ist. Hier in Saint-Joseph sind die Böden besonders geprägt von verschiedenen Granitschichten. Die knapp 60 Kilometer lange Appellation ist daher ebenso vielseitig mit verschiedenen Rotweinstilen, wobei einfachere Weine einen Côtes du Rhône gleichen, jedoch Spitzengewächse sehr vielschichtig und komplex nach Beerenaromen schmecken.
Ebenso sind diese zwei Weißweinsorten auch für reinsortige Weine zugelassen, diese sind sehr feingliedrig und kommen meist aus den äußersten Süden aus Saint-Joseph, dort sind die Böden besonders kalkhaltig, was die Weine nach Noten von Akazienblüten und Honig duften lässt. Die Weine stammen aus den Rebsorten Roussanne und Marsanne, die ebenso in Hermitage große Beliebtheit erfahren. Heute sind die Weißweine ebenso anerkannt wie die roten aus Saint-Joseph.

Crosez-Hermitage und Hermitage

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eine der besten Lagen in Hermitage „Le Chevalier de Sterimberg“

An der linken Seite des Ufers der Rhône findet man lediglich zwei Appellationen, nämlich Crozes-Hermitage und die im Herzen der Appellation liegende Hermitage. Crozes-Hermitage produziert etwas schwerere Weine, die oft auch etwas kantiger ausfallen. Bei den Weißweinen unterscheiden sich hier zwei Stile, einerseits die traditionelle Vinifikation mit einer malolaktischen Gärung, die sich sehr körperreich und würzig zeigen. Andererseits kommt immer öfter ein neuer Stil auf, der sehr trinkfreudige und knackige Weine, aus Weinen ohne malolaktischer Gärung und daher sehr jung trinkbar sind. Diesen Unterschied kann man jedoch am Etikett nicht ablesen und kann höchstens über ein Weindatenblatt herausgefunden werden.

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oft wird auch die schreibweise Ermitage oder Crozes-Ermitage verwendet

Im Herzen dieser Appellation findet man nun Hermitage. Diese Appellation wird so wie Saint-Joseph und Crozes-Hermitage, sowohl für Weißweine als auch die besonders filigranen gleich geschätzt. Dieser prestigeträchtige Weinberg ist geprägt von steilen Terrassen und produziert Weine unglaublich feingliedrige Weine. Die Terrassenweinberge sind im oberen Teil geprägt von Granit und werden in Richtung Tal immer lockerer, mit Löss, Mergel und Schotter. Von hier stammen auch einige bekannte Einzellagenweine, wie etwa „Le Meal“, „L’Hermite“ oder „Chevalier de Sterimberg“.

Cornas

Weiter südlich, aber wieder am rechten Ufer der Rhône liegt die kleine Appellation Cornas, die oft auch als kleiner Bruder von Hermitage gilt, da ihre Weine ebenso vielschichtige sind, jedoch nicht ganz so konzentriert wie der große Bruder. Es ist ebenso nur Syrah als Rebsorte zugelassen. Die Weine sind vor allem in Cornas die ersten Jahre sehr verschlossen und öffnen sich danach erst langsam in voller Geschmeidigkeit. Die Weine aus Cornas zahlen durch ihr fest verstricktes Tanningerüst zu den langlebigsten Weinen Frankreichs. Die Aromen erinnern an schwarze Früchte und Lakritz. In den ersten Jahren sind die Weine geprägt von einem dunklen purpurrot, fast schon schwarz, welches sich in der Reife zu einem dichten leicht bernsteinfarbenen rot entwickelt.

Saint-Péray

Saint-Péray ist die südlichste Appellation im nördlichen Rhône-Tal. Sie liegt direkt an der westlichen Stadtgrenze von Valence. Diese weniger bekannte Appellation umfasst lediglich  75 Hektar welche mit Marsanne und Roussanne bepflanzt sind. Diese Appellation ist auch die einzige im nördlichen Rhône-Tal, welche für Schaumweine zugelassen ist. Die Weine bestechen sehr durch ihre Fruchtigkeit und die animierende Trinkfreude dieser Weine.

Alkoholgehalt im nördlichen Rhône-Tal

Wie auf jeden Wein muss auch im Rhône-Tal der Alkoholgehalt in Vol. % angegeben werden, der minimale Wert liegt in den meisten Appellationen zwischen 10% Vol. und , dieser wird jedoch von allen Weinen weit übertroffen, da die Region sehr warm ist und die Weine Trauben daher sehr gut ausreifen. Deshalb weist der Gros der Weine einen Alkoholgehalt von mindestens 13% Vol auf. Das ist

Unterschied Côtes du Rhône, und AOCCotesRhone_R_F095

Weiters gibt es einige Weinbauflächen, die als Côtes du Rhône klassifiziert sind. Diese Weine die sowohl aus dem südlichen- als auch aus dem nördlichen Rhône-Tal kommen und spiegeln die Region toll wieder. Die Weine profitieren von tollen Fruchtaromen und eleganter Ausgewogenheit. 

Drei außergewöhnliche Weine aus dem nördlichen Rhône-Tal

E.Guigal : Condrieu „La Doriane“ 2016

F129_2014NM_cDer Wein stammt von den steilen Terrassen der Appellation Condrieu, aus vier verschiedenen Parzellen. Die Viognier Rebstöcke haben ein Alter von durchschnittlich 35 Jahren. Nach der händischen Lese wurden die Trauben gepresst und zu 100% in neuen Holzfässern vergoren, sowie die malolaktische Gärung gemacht. Danach wurde der Wein für weitere 12 Monate in den Fässern gelagert, bis er schließlich abgefüllt wurde.

In der Nase überzeugt der „La Doriane“ 2016 mit rauchigen Aromen, sowie Noten nach gegrillten Aprikosen und getrockneten Blumen. Der Wein ist unglaublich gut ausbalanciert und endet mit einem elegant-langen Abgang. Durch die feingliedrige Säure passt der Wein exzellent zu Fischgerichten oder gegrillten Gemüse.

La Doriane 2016

Domaine du Tunnel : Saint-Joseph 2014

F1092_2013NM_cDie Domaine du Tunnel hat mit dem Saint-Joseph einen der Aushängeschilder im Jahr 2014 erzeugt. Der Name dieses Weinguts kommt von den Eisenbahntunneln, die unter den 5 Hektar Rebbergen des Weinguts verlaufen und so namensgebend sind. Der reinsortige Syrah stammt von ausschließlich Granit-Parzellen aus Saint-Joseph. Nach der händischen Lese wurden die Trauben schonend vergärt und danach in gebrauchten Holzfässern gelagert.

Im Glas zeigt der Saint-Joseph 2014 der Domaine du Tunnel ein tiefdunkles rubinrot, mit violetten Reflexen. In der Nase verströmt der Wein Düfte von frischem Cassis, geräuchertem Rindfleisch, sowie einer feinen Würze. Am Gaumen zeigt der Wein eine tolle Konzentration, verbunden mit elegant eingebunden Tannin. Der Abgang ist sehr ausgewogen und langanhaltend.

Saint-Joseph 2014

M. Chapoutier : Monier de la Sizeranne 2003

F278_2015NM_cDer Monier de la Sizeranne 2003 von M.Chapoutier kommt aus einem der historischsten Weinberge des Rhône-Tals, der Name Hermitage war nämlich, bereits im 17.Jahrhundert bekannt. Nach der händischen Lese, im perfekten Reifezustand, wurde die Syrah-Trauben zuerst entrappt und danach in Betontanks vergoren. Danach wurde der Wein für 12 bis 14 Monate in Holzfässer ausgebaut, wodurch der Wein sein würziges Bukett erhielt.

Im Glas zeigt sich der Monier de la Sizeranne 2003 von Michel Chapoutier in einem dunklen granatrot, mit purpurnen Reflexen. In der Nase duftet der Wein nach roten Beeren. Am Gaumen zeigt dieser bereits perfekt gereifte Hermitage, ein tolles Tannin und eine schöne Konzentration. Der Abgang ist unglaublich rund und geprägt von Aromen von Brombeeren, Himbeeren und frisch gemahlenen Pfeffer.

Monier de la Sizeranne 2003 
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