Castello di Volpaia – der Schmelztiegel des Chianti
©Castello di Volpaia

Castello di Volpaia – der Schmelztiegel des Chianti

Der kleine Ort Volpaia liegt im Herzen der Toskana, im Chianti-Gebiet und ist Heimat des Castello di Volpaia. Dabei steht der Sangiovese im Fokus. Ein Blick hinter die Kulissen, dieses historischen Weinguts.

Geschichte

©Castello di Volpaia

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Die ersten schriftlichen Belege für das Castello (Schloss) di Volpaia gehen auf 1172 zurück. Das Gut war damals bereits ein wichtiger Bestandteil der Toskana, da es sich mittig zwischen Siena und Florenz befand und daher genau im Grenzland dieser beiden Städte lag. Später, im 13. Jahrhundert wurde Volpaia einer eigenen Region, der „Lega del Chianti“ zugeordnet. Da der Ort im 15. Jahrhundert zum Hauptverkehrsknotenpunkt in der Toskana wurde, entstand einige Jahre später auch das Rathaus, welches zur Herberge für Durchreisende wurde. Dies war die große Errungenschaft von Lorenzo del Volpaia, der selbst Architekt war und in dieser Zeit als einer der besten Techniker der Region galt. Er ließ den Palast und den Glockenturm des Weinguts errichten, der noch heute als Mittelpunkt von Volpaia gilt. Bereits in dieser Zeit war das Castello di Volpaia bekannt für seine besonderen Weine und Olivenöl. Nach dem Fall der Republik Siena, im 16. Jahrhundert, gerieten der Ort und das Weingut Volpaia ein wenig in Vergessenheit.

Erst Raffaello Stianti konnte den Ort im 19. Jahrhundert wieder zum Leben erwecken. Er kaufte sowohl das Weingut, mit seinen Rebflächen, als auch zwei Drittel des Orts Volpaia. Seine Tochter und ihr Ehemann entschlossen sich dann in den 70er Jahren das Weingut von Grund auf zu modernisieren, ohne die alten Strukturen des Ortes zu zerstören. Sie waren damals die ersten, die eine temperaturkontrollierte Gärung im Chianti-Gebiet implizierten. Weil nahezu der komplette Ort aus dem Weingut besteht, konnte man die Vinifikation entscheidend in den Ort eingliedern. Die Familie Stianti Mascheroni ist damit heute eine der federführenden Familien im Chianti-Gebiet und untrennbar mit der Region verbunden.

Neueste Techniken als entscheidender Qualitätsfaktor

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Die Lese der Trauben ist beim Castello di Volpaia ausschließlich Handarbeit und startet meist Anfang September mit den Rebsorten Chardonnay und Sauvignon Blanc. Etwas später folgen dann Merlot und Syrah, wobei immer nur die komplett ausgereiften Trauben gelesen werden und penibel auf die Qualität des Leseguts geachtet wird. Zum Ende werden dann noch die spätreifen Sorten Cabernet Sauvignon und Sangiovese gelesen, die das Herzstück des Weinguts darstellen.

Die Trauben werden in einen der beiden Keller, im Herzen von Volpaia, gebracht. Ein Keller stammt von der Familie Stiozzi unter einem hundert Jahre alten Haus und der zweite Keller befindet sich in einem alten Komplex, der schon seit dem Mittelalter besteht. Die Rotweintrauben werden danach sofort entrappt und sanft gepresst und danach sofort in die Edelstahltanks gegeben, um dort unter kontrolliert zu vergären. Dabei wird immer wieder übergepumpt, um aus den Schalen die wichtigen Geschmacksstoffe und die Farbe bestmöglich auszulaugen.

©Castello di Volpaia

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Nach der Gärung werden die Weine in Holzfässern gelagert. Hier wird individuell entschieden, ob man in französischen Barriques, mit 225 Litern, arbeitet, oder die großen slowenischen Eichenfässer, mit rund 3.000 Litern Fassungsvermögen verwendet.  Die Weine werden für 12 bis 24 Monate dort gelagert. Die Keller befinden sich dabei eine Ebene tiefer, unter den Tanks, um so die Weine so wenig wie möglich mechanisch zu bewegen.

Vor der Abfüllung wird der Wein noch einmal natürlich geklärt und danach für einige Zeit in der Flasche gelagert, sodass er zur Ruhe kommt und bereits in den ersten Monaten nach der Abfüllung wunderbar rund ist.

Die Familientradition als Schlüssel zum Erfolg

Da die Familie mit ihrem Knowhow heute noch sehr in jeden einzelnen Produktionsschritt eingebunden ist, kann man die alten Traditionen der Regionen und das bestehende Wissen in schwierigen Situationen ebenso einbringen, wie die modernen Techniken, auf die die Familie großen Wert legt und so die Qualität und Verlässlichkeit der Weine Jahr für Jahr garantiert. Um einen Ausgleich zu schaffen und die Tradition des Gebiets zu bewahren, werden zu den 46 Hektar Weinbergen auch 16 Hektar Olivenhaine gepflegt und Olivenöl produziert.

Drei elegant-typische Weine des Castello di Volpaia

Coltassala 2013

J2233Nach der Handlese wurden die Sangiovese Trauben in 20 Kilo Kisten auf das Weingut gebracht. Dort wurden zuerst die Trauben von den Stielen befreit und danach leicht angepresst. Die Trauben wurden für 14 Tage temperaturkontrolliert vergärt, wobei zweimal täglich untergedrückt wurde, um so die Aromen aus den Schalen so gut wie möglich auszulaugen. Der Wein lagerte für 18 Monate in französischen Eichenfässern, bevor er abgefüllt wurde.

Im Glas zeigt der Coltassala ein glänzendes rubinrot. Danach kommen in der Nase intensive, aber gleichsam elegante Düfte nach Vanille, Kakao und feiner Frucht, nach dunklen Waldbeeren zum Vorschein. Der Coltassala 2013 ist am Gaumen unglaublich strukturiert und aktuell noch etwas verschlossen. Dieser Chianti ist unausgesprochen vielschichtig und bereit für eine lange Lagerfähigkeit.

Castello di Volpaia : Coltassala 2013

Balifico 2013

J2234Der Name Balfico stammt von dem 450m hohen Weinberg. Diese Cuvée aus Sangiovese und Cabernet Sauvignon ist einer der ersten Supertoskaner, der internationale Aufmerksamkeit erhielt. Die Trauben wurden in kleine Kisten gelesen und danach rasch und schonend verarbeitet. Die Gärung fand ohne Zugabe von Hefen, bei konstanten Temperaturen statt, wobei die Trauben zweimal täglich nach unten gedrückt wurden. Zur weiteren Lagerung wurde der Wein für 18 Monate in Barriquefässer aus Allier gelagert.

Im Glas zeigt der Balifico 2013 ein dunkles rubinrot, mit leicht violetten Reflexen. In der Nase ist dieser Ausnahme-Toskaner dann extrem elegant und finessenreich, er erinnert an Noten von Johannisbeeren, Heidelbeeren, kombiniert mit einer Note nach Zimt. Am Gaumen ist der Balifico 2013 bereits sehr rund und ausgeglichen. Der Wein ist langanhaltend und glänzt mit einem tollen, runden Abgang.

Castello di Volpaia : Balifico 2013

Il Puro 2011

J2235Der Name „Il Puro“ soll die pure Eleganz des Sangiovese widerspiegeln. Der Weinberg für diesen außergewöhnlichen Wein liegt auf rund 490m. Seehöhe, mit Südausrichtung. In dieser besonderen Parzelle wachsen 25 verschiedene Klone des Sangiovese, wobei die Rebstöcke bereits mehr als 60 Jahre alt sind. Die Trauben aus dem Jahrgang 2011 wurden zum perfekten Erntezeitpunkt gelesen und danach, wie alle Trauben schonend verarbeitet und vergärt. Die Lagerung dieses Schatzes der Toskana fand dann für über 18 Monate in französischen Eichenfässern statt.

Im Glas zeigt dieser besondere Wein ein kräftiges rubinrot, mit einem dunklen Kern. Die Nase ist geprägt von einer extrem eleganten, charakterreichen Frische, mit Noten nach frischen Kirschen und Veilchen, sowie der typischen Würze des Sangiovese mit Kakao und Vanillearomen. Am Gaumen strotzt der Wein vor Weichheit und seinem gut integriertem Tannin. Im Abgang ist dieser pure Sangiovese sehr fruchtig und extrem langanhaltend.

Castello di Volpaia : Il Puro 2011

 

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Über Peter Prisching

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