Venetien – perfekter Spagat aus Qualität und Quantität

Venetien – perfekter Spagat aus Qualität und Quantität

Der Nord-Osten Italiens, Venetien ist vor allem für die elegant spritzigen Proseccos und Amarone bekannt. Die Region überzeugt dabei vor allem mit Beständigkeit und unvergleichlicher Originalität

Geschichte

Die Geschichte des Weinbaus in Venetien geht zurück bis in die Antike zurück. Damals haben die Römer begonnen Weinreben im heutigen Prosecco-Gebiet, in Venetien, anzupflanzen und daraus den ersten Wein aus der Region erzeugt. Die dritte Gattin von Kaiser Augustus war dabei besonders von den Weinen überzeugt und sprach ihnen sogar eine medizinische Wirkung zu. Die Region war damals bereits eine der wichtigsten Weinlieferanten für Rom und profitierte vor allem von der kontinuierlichen Qualität. Damals wurden die Weine ausschließlich in Amphoren ausgebaut, wobei man auch hier vor allem auf eine lange Lagerung setzte und vor allem Weine aus weißen Rebsorten ausbaute.

©Villa Sandi

©Villa Sandi

Der Name Prosecco fiel dann erstmals im 18.Jarhundert. Der Name stammt dabei von dem kleinen Ort Prosseck, nahe Triest, welches erst vor wenigen Jahren wieder in das Prosecco-Gebiet aufgenommen wurde. Die Region war seit jeher für seine besonders eleganten Weißweine bekannt, konnte jedoch in den letzten Jahrzehnten sehr vom Klimawandel profitieren, wodurch heute auch immer mehr große Rotweine in der Region entstehen.

Der größte dieser Rotweine ist mit Sicherheit der Amarone della Valpolicella. Der im Gegensatz zu den meisten Weinen der Region sehr kräftig ausfällt. Seinen Ursprung hat der Wein aus dem Recioto, ein süßlicher Rotwein, der aus getrockneten Trauben hergestellt wird. Angeblich vergaß im 19. Jahrhundert ein Kellermeister ein Fass des Recioto im Keller und als er es nach einigen Monaten entdeckte war der Wein komplett durchgegoren und trocken gewesen. Durch die immer größer werdende Beliebtheit trockener Weine genießt der Amarone heute eine Vormachtstellung und Recioto spielt nur noch eine Nebenrolle.

Geographie und Klima in Venetien

The Prosecco DOCG hills 08 - Photo ©Mattia Mionetto.jpg.jpg

©Mattia Mionetto

Die Region Venetien liegt zwischen Venedig, im Osten, wo die Weinreben bis kurz vor die Adria reichen, bis zum Gardasee, knapp 100 Kilometer landeinwärts. Venetien zeichnet sich vor allem durch sein konstantes Klima aus. Das Gebiet umfasst heute rund 75.000 Hektar Weinberge, wobei hier vor allem der Fokus auf weißen Rebsorten liegt, da diese für den Prosecco essentiell sind. Die Region ist heute drittgrößter Weinproduzent Italiens, konnte aber im Gegensatz zu den beiden größten den Spagat zwischen Qualität und Quantität eingehen, wodurch rund 20% der DOC Weine Italiens aus der Region Venetien kommen.

Die Alpen im Norden tragen einen wichtigen Beitrag, zum erfolgreichen Weinbau in der Region bei, da so die Reben von Niederschlägen relativ geschützt sind. Daher ist das Klima in der Region sehr ausgewogen und so kommt es nur sehr selten zu extremen Wetterkapriolen, welche die Reben beeinflussen.

Terroir

Die Böden sind in Venetien relativ verschieden, da in den Weinbergen nahe der Adria vor allem Schotter, mit sehr kalkhaltigen Unterboden vorherrscht. Die Weinberge reichen in Venetien bis auf eine Seehöhe von 500m und sind sehr kalkhaltig und eher geprägt von einem sehr kargen Unterboden an den Hängen, welche sehr frische, mineralische Weine entstehen lassen. Auch im Valpolicella sind diese Böden üblich, wodurch der Amarone gut geschützt vor längeren Regenfällen ist, jedoch auch in langen Trockenphasen von den tiefergelegenen BraunerdeBöden, Feuchtigkeit nehmen kann.

Zwei Appellationen als Aushängeschilder

Prosecco

Der Prosecco war und ist ein aufgehender Stern der Region Venetien, die Aufgrund der riesigen Nachfrage das geschützte Anbaugebiet um ein ganzes Stück erweiterte, um den Bedarf einigermaßen zu decken.

©Villa Sandi

©Villa Sandi

Die Hügel zwischen Venedig, der Adriaküste im Osten und den Dolomiten im Norden formen ein erhabenes Relief auf dem die Reben der Glera-Trauben auf einer Höhe zwischen 50 und 500 Meter wachsen. Die DOCG, die sie im Jahr 2010 erhalten haben, bestätigt die qualitative Errungenschaft der Region.

Die Rebsorte Glera, früher als Prosecco bekannt, ist eine der ältesten Sorten der italienischen Geschichte und muss mindestens 75% zur Cuvée beitragen. Es gibt auch stillen Prosecco, der ohne zweite Gärung seine volle Fruchtigkeit und Blumigkeit der Glera-Rebsorte entfalten kann. Den weitaus wichtigsten Teil stellen jedoch die Prosecco Spumante, also prickelnd dar. Die Weine werden nach der Charmant Methode (Italien: Metodo Martinotti) erzeugt. Das heißt die Kohlensäure entsteht durch eine zweite Gärung in Edelstahltanks und nicht wie bei Champagner in der Flasche. Das Verfahren begünstigt vor allem die Frische der Weine, wodurch die Proseccos weniger mit ihrer Hefigkeit, sondern eher mit ihrer fein, fruchtigen Note zu überzeugen wissen.

Eine besondere Anerkennung genießen die Weine aus Conegliano Valdobbiadene und Colli Asolani, welche beide sogar als DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) klassifiziert sind. Diese Weine kommen aus dem Herzen Venetiens, wo die Trauben auf besonders kalkreichen Boden gedeihen und so den Wein diesen besonderen Hauch Mineralität verleihen und den Wein etwas komplexer machen.

Amarone

Lese im Valpolicella ©zyme

Lese im Valpolicella ©zyme

Der Amarone stellt mit Sicherheit, das rote Aushängeschild von Venetien dar. Im Gegensatz zum Bardolino oder Grave, ist der Amarone ein extrem kräftiger Rotwein, der auch mit einer unglaublichen Lagerfähigkeit überzeugen kann.

Zur Erzeugung werden vor allem 4 Rebsorten verwendet. Corvina sowie die Mutation Corvinella, welche die Hauptrebsorte zwischen 40% und 80% darstellt. Diese gibt den Weinen Kraft und die Fruchtigkeit. Zusätzlich kommen etwa 20% bis 40% Rondinella in die Cuvée welche den Wein stark und fleischig macht. Den kleinsten Anteil stellt Molinara dar, dieser ist besonders sanft und feingliedrig.

Nach der Lese, die etwa Mitte September beginnt, werden die Trauben auf Bambusmatten in Trocknungsscheunen ausgebreitet, dieses Verfahren nennt man Appassimento. Die Trocknung dauert etwa 100 Tage, danach bekommt man rosinenartige Trauben mit extrem hohen Extrakt und wahnsinniger Süße. Durch diese Trocknung verlieren die Trauben etwa ¾ ihrer Flüssigkeit. Wichtig ist bei der Trocknung, dass die Trauben nicht zu Faulen beginnen, daher werden sie immer wieder gewendet und aussortiert, aber auch Ventilatoren sorgen dafür, dass die Trauben immer gut durchlüftet werden

klassischer Keller mit verschiedenen Fassgrößen im Valpolicella © J.EheimS

klassischer Keller mit verschiedenen Fassgrößen im Valpolicella © J.EheimS

Nach der Trocknung werden die Trauben eingemaischt und die alkoholische Gärung setzt ein. Diese dauert aufgrund des sehr hohen Zuckergehalts bis zu 2 Monate. Die Weine erreichen so einen Alkoholgehalt von 14% Vol. bis 16% Vol. Danach reifen die Weine für mindestens 2 Jahre in Fässern und werden somit rund und binden den hohen Alkoholgehalt in den Wein ein. Durch die Reifung werden die Weine auch meist noch trockener, da die meisten Hefestämme bei rund 15% Vol. absterben und nur ganz spezielle Hefen bis zu 17% Vol. Zucker in Alkohol umwandeln können. Die besten Gewächse der Winzer reifen durchaus länger und werden oft erst nach 6 oder 8 Jahren in die Flasche gefüllt.

Drei besondere Weine im Fokus

Bisol : Cartizze Dry 2016

J910_2016NM_cBisol ist eines der traditionsreichsten Proseccohäuser, da die Geschichte des Hauses bis ins 16. Jahrhundert zurück reicht. Das Weingut ist seit dem im Familienbesitz und legt auf Tradition und Herkunft besonders großen Wert. Die Trauben werden bei Bisol schonend verarbeitet und so schnell wie möglich gepresst, um jegliche Oxidation zu vermeiden. Danach wird der Wein geklärt, bevor er in Edelstahltanks vergärt wird. Auch die zweite Gärung in den Edelstahltanks findet unter strengster Kontrolle statt.

Im Glas zeigt sich der Cartizze DOCG, von Bisol in einem strohgelben Farbton, mit einer sehr feinen Perlage, die extrem langanhaltend ist. In der Nase verströmt der Prosecco Valdobbiadene Superiore di Cartizze, die typischen Noten nach grünen Apfel und Zitrus, aber auch extrem elegante Noten nach Wildblumen. Am Gaumen versprüht der Wein eine tolle Frische und kann mit Noten nach Pfirsich und Birne überzeugen. Dieser elegante Prosecco kann mit seinem Restzuckergehalt von rund 23g/l voll überzeugen.

Bisol : Cartizze Dry 2016

Villa Sandi : Vigna la Rivetta

J2311_2016NM_cDie Villa Sandi ist mit Sicherheit eines der Aushängeschilder des Prosecco, das maßgeblich am großen Erfolg der Weine teilhat. Dieser Prosecco stammt dabei ebenso aus dem Cartizze Gebiet, dem Herzstück des Prosecco. Cartizzze umfasst lediglich 106 Hektar, im Valdobbiadene. Die Lage „La Rivetta“ befindet sich dabei perfekt auf einem Südhang gelegen, mit sehr kalkreichen Sandstein und Lehmböden.

Dieser elegante Prosecco zeigt im Glas ein helles Gelb, mit einer konstant, feinen Perlage. In der Nase präsentiert sich der Vigna la Rivetta Noten von Apfel und exotischen Früchten, sowie etwas Zitrus. Weiters, entwickelt der Wein feine Noten nach Akazienblüten. Am Gaumen zeigt dieser Prosecco Superiore mit seiner Frische und Trockenheit auf, die jedoch nicht zu aggressiv ausfällt. Ein toller Prosecco als Aperitiv, oder als Begleitung zu sommerlichen Salaten.

Villa Sandi : Vigna la Rivetta

Cesari : Amarone Della Valpolicella Classico Il Bosco 2010

J2134Der Amarone della Valpolicella Classico Il Bosco 2010, von Cesari, stammt vom gleichnamigen Weinberg, im Herzen der Appellation Valpolicella. Der Wein ist eine Cuvée aus 80% Corvina und rund 20% Rondinella. Nach der händischen Lese wurden die Trauben mit höchster Sorgfalt auf das Weingut gebracht, um dort auf Bambusmatten aufgelegt zu werden. Die Trocknung dauerte bis Ende Januar, wodurch die Trauben rund 30% bis 40% an Gewicht verloren. Danach wurden der Wein bis zu rund 15% Vol. vergoren und für rund 30 Tage auf der Maische ausgelaugt. Später wurde der Wein von der Maische und Hefe abgezogen und für einige Zeit in Edelstahltanks gelagert. Im Verlauf reifte der Wein für über zwei Jahre in slowenischen Barriques, bevor der „Il Bosco“ abgefüllt wurde.

Im Glas zeigt dieser Amarone von Cesari ein dunkles Rot, mit violetten Reflexen. In der Nase ist der „Il Bosco“ 2010 geprägt von den typischen Aromen von Kirschen, Gewürzen, etwas Schokolade und Mandeln. Am Gaumen verstärken sich diese Aromen und werden von der Wärme und der Komplexität von feinen Kaffeenoten und Trockenfrüchten hinterlegt. Der Abgang ist ungemein komplex, mit feiner Säure und elegante Frucht. Dieser Amarone ist somit ein toller Begleiter zu kräftigen Fleischgerichten oder würzigen Käse.

Cesari : Il Bosco 2010

Bertani : Amarone Della Valpolicella Classico 2008

J1020_2008NM_cDer Amarone della Valpolicella Classico 2008 von Bertani stammt aus 80% Corvina Veronese und 20% Rondinella, aus der Lage Tenuta Novare im Herzen des Amarone Classico Gebiet. In diesem Gebiet sind die Böden sehr kalkreich und karg. Nach der Lese in der zweiten Septemberwoche kamen die Trauben in die Trocknungshäuser um dort für 120 Tage die gewünschte Konzentration zu erlangen. Mitte Jänner wurde die Trauben dann entrappt und gequetscht. Die sehr langsame Gärung dauerte etwa 30 Tage wodurch sich der hohe Zuckergehalt langsam in 15% Vol. Alkohol umwandelte. Danach reifte der Wein für rund 6 Jahre in großen Holzfässern.

Im Glas zeigt dieser Amarone Classico eine ein dunkles Rot mit granatroten Reflexen. In der Nase kommen einen Düfte von reifen Pflaumen und schwarzen Kirschen entgegen. Am Gaumen ist dieser Amarone wunderbar ausgeglichen und mit Aromen von, roten Beeren und Vanille überseht. Dieser Amarone zeigt die perfekte Balance aus Harmonie und Ausdruckskraft und passt perfekt zu Wild oder Steak.

Bertani : Amarone Classico 2008

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